Vereinsgeschichte

Der Ursprung des Schützenvereins bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges

Man schrieb das Jahr 1904. Der Junggesellenschützenverein Laxten, dem auch die ,,Jungs von der Becke“ angehörten, feierte, wie alljährlich, sein Schützenfest. Die Becke war ein Gemeindebezirk, der sich aus Bürgern der Stadt Lingen und Bewohnern der Gemeinde Laxten zusammensetzte. Demzufolge wären die ,,Jungs von der Becke“ für die original Laxtener so eine Art Anhängsel. Diese Einstellung gab des öfteren Anlass zu Unstimmigkeiten und Raufereien. so auch auf dem Schützenfest im Jahre 1904. Bernard lmholt, ein Junge von der Becke, hatte als bester Schütze mal wieder König geschossen. übrigens hatten sich die Becksken Jungs schon öfter als gute Schützen hervorgetan. Demzufolge, dass wieder ein Junge von der Becke Schützenkönig geworden war, kam es wieder zu Auseinandersetzungen. ohne lange zu fackeln, zogen die Becksken Jungs mit ihrem König ab nach Fischer Bernd an der Haselünner straße und feierten ihr Schützenfest dort auf der Diele. Die Trennung hatte zur Folge, dass der Junggesellenschützenverein Laxten bis zum Jahre 1906 ohne König war. lm Jahre 1906 etablierten sich die Laxtener zu einem neuen Verein, dessen Mitglieder auch verheiratet sein durften. Er bekam den Namen: ,,Schützenverein Laxten“. Beim ersten offiziellen Schützenfest des.. Schützenvereines ,,Becke“ im Jahre 1905 (unter dieser Bezeichnung wurde der Verein damals geführt), wurde Bernard Krieger von der Kriegerie (genannt ,,Holskenpolizist“) als bester Schütze zum König proklamiert. Zur Königin erwählte er sich Agnes Hoffschröer, die Gattin des späteren, langjährigen Kommandeurs Hermann Hoffschröer.

Nach dem Ersten bis zum Zweiten Weltkrieg

Die in der Chronik (Festschrift 1979) aufgeführten Schilderungen kommen zum größten Teil aus dem Munde von Heinrich Jaske, geboren 1887. Mit,,Beckenwater“ getauft war auch er mit dabei, als sich die Becksken Jungs von Laxten trennten. Er wurde im Jahre 1912 schützen-König und nahm sich Marie Pieper als Königin, die ihm dann auch ihr ganzes Leben treu blieb.(Ernst Beckmann) Nachdem während des Krieges die Vereinstätigkeit geruht hatte, wurde der Verein 1918/19 wieder ins Leben gerufen. – Ab diesem Jahre existieren noch Protokollbücher, handgeschrieben, in denen die Mitglieder- und Generalversammlungen, die jeweils an einem Sonntagnachmittag stattfanden (1929 erstmals am Abend) und vom jeweiligen Schriftführer protokolliert wurden. lm Protokoll vom 1. Juni 1919 heißt es: Durch Bekanntmachung des Lingener Volksboten vom 28. Mai d.J. hatte der hiesige Schützenverein zum heutigen Tage seine Versammlung in der Wirtschaft B. Fischer hierselbst einberufen. Um 4,20 Uhr eröffnete der Vorsitzende die Versammlung und gab zuerst die Tagesordnung bekannt, nämlich: 1.Begrüßung der heimgekehrten Krieger, 2.Aufnahme neuer Mitglieder, 3. Vorstandswahl, 4. Besprechung über Veranstaltung eines Sommerfestes“. ,,Zu !. Die heimgekehrten Krieger wurden mit großer Freude von den Mitgliedern, welche nicht zur Fahne einberufen waren, empfangen und begrüßt bzw. gedachte man noch besonders der Mitglieder, welche dem Verein früher treu angehörten, aber den Heldentot erlitten hatten“. Der Beitrag wurde auf zwei Mark festgesetzt. Auf der nächsten Versammlung am 15. Juni wurde für den am 28. Juni 1914 gekrönten König Bernhard Schnieders, der den ,Heldentot fürs Vaterland gefunden hatte“, als Vizekönig H. Meiners angesprochen, ,,welcher die Würde übernahm“. Das Königsgehalt wurde auf 50 Mark festgesetzt (zu zahlen 30 Mark beim Schützenfest und 20 Mark für die Anfertigung des Schildes an der Königskette). Festplatz war wie in den Vorkriegsjahren Fischers Wiese. Allerdings mussten die Schießstandanlagen erneuert werden, wofür eine Kommission gebildet wurde. -Kommissionen wurden zur Unterstützung des Vorstandes ständig gebildet – Für den Festball wurde ein Zelt angemietet, da Fischers Diele inzwischen zu klein geworden war. Im Februar 1921 wurde eine Firma in Münster damit beauftragt, eine Vereinsfahne für 2.600 Mk. anzufertigen. Die feierliche Fahnenweihe fand am 8. Mai 1921 mit Preisschießen auf der Wilhelmshöhe statt. Es hatten sich 14 Vereine mit geschmückten Kutschen und Leiterwagen, aber auch zu Fuß zu diesem Festakt auf der Wilhelmshöhe eingefunden. Am 09. Mai fand beim Vereinslokal das Schützenfest statt.Der Mitgliedsbeitrag betrug 1921 3,- Mk, wurde im Januar 1922 auf 5,-Mk angehoben und im Januar 1923 auf 200,- Mk. Mit der Einführung der Rentenmark wurde im Januar 1924 der Beitrag auf 1,- Mk gesenkt. Das ,,Königsgehalt“ wurde im Januar 1922 auf 250,-Mk festgesetzt, in der außerordentlichen Generalversammlung im April auf 500,- ( 300,- + 200,-) und Anfang 1923 auf 15.000 Mk angehoben. 1924 wurde das Königsgehalt wieder auf 50,- Mk (35′- + 15,-) gesenkt und der Beitrag auf 2,-Mk festgesetzt. Die Zahl der Mitglieder betrug in diesen Jahren etwa 130 Männer. Eine Besonderheit stellte der Beschluss der Mitgliederversammlung im Mai und Juni 1923 dar: Jedes Mitglied muss beim Schützenfest schießen; wer das 18.Lebensjahr vollendet hat, kann König werden. Nachdem der Plan von Hermann Brinker, einen Saal zu bauen, gescheitert war, erklärte sich der Hofbesitzer und Eigentümer der Gastwirtschaft Fischer, Clemens Brögber, auf der Generalversammlung am 5. April 1925 bereit, einen Saal errichten zu lassen. Die Saaleinweihung fand am Sonntag vor dem Schützenfest Ende Juli Anfang August statt. Somit konnten auch zu Winterszeiten Veranstaltungen durchgeführt werden. Diese Gelegenheit veranlassten Jacob Schwarz und Hermann Runde dazu, eine Theatergruppe zu gründen, die viele Jahre aktiv war. Inzwischen war auch ein Statut erarbeitet worden, das im April 1925 genehmigt wurde. Erstmals wurde zusätzlich zum Königsgehalt (50,-RM) für die Königin 10,- RM und für den Vizekönig 5,-RM festgesetzt. lm Jahre 1926 wurde ein neuer Königshut und eine Krone für die Königin bestellt . Am 26. September 1926 fand eine Kinderbelustigung in Verbindung mit einer Theateraufführung statt. Auf der Generalversammlung am 06.November 1927 , auf der die Anschaffung von 10 Holzgewehren beschlossen wurde, wurde Gerhard Sentker zum neuen Schriftführer gewählt, weil Gerhard Gödde nach vielen Jahren Vorstandsarbeit zurücktrat. lm Protokollbuch schrieb Gödde als Protokollergänzung: Dieses ist das letzte Protokoll, welches ich als Schriftführer geschrieben habe. Von 1912 – 1914 als stellv. Kassierer, von 1918 – 1923 Schriftführer, bis 1925 Vorsitzender, 1925 bis 06.11.1927 wiederum Schriftführer. Also alles in allem: 15 Jahre im Vorstand des Schützenvereins HaseIünnerstraße. Unterschrift G. Gödde Das Schützenfest 1929 wurde als Jubelschützenfest (25 Jahre SchÜtzenverein Haselünner Straße) gefeiert. Dazu heißt es im Protokollbuch lediglich: Beschluß für das Jubetfest: 250,-kM und die Getränke am 2. Tag für die Musik übernimmt der Wirt. Die Königin hat für das Abendessen am 1. Tag nicht zu sorgen. Dieses wird vom Wirt Fischer erledigt für 9 Personen; die Kosten werden vom Verein getragen. Das Essen am 2. Abend bleibt der Königin überlassen. König trägt Mütze mit Silberband, ein Diplom und eine Scherpe werden ihm überreicht, die er privat behalten darf oder dem Verein schenken. Beschluss: Dem Jubelkönig werden 25,-RM statt 10,- Mk. bewilligt. Auf der Mitgliederversammlung nach dem Jubelfest heißt es im Protokoll vom 22.06.1929.Der Vorsitzende dankte allen Mitarbeitern für das Mitwirken zum Gelingen des Festes. Es wurde beschlossen: ein Fass Bier zu bewilligen und zwar 50 Liter ä 60 Pfg. Das Jubelfest muß mit starker

…Forstsetzung folgt

Abschrift aus der Festzeitschrift 100 Jahre Schützenverein Haselünenrstraße